Sprechen wir






UX-Strategie und messbare UX-Qualität
Für Produktmanagement und Produktleitung bei Herstellern von B2B- und Fachsoftware sowie für Projektleitungen, die ein Fachsystem einführen. Wir legen fest, was gute Bedienbarkeit in Ihrem System konkret heißt, messen sie mit etablierten Instrumenten und übersetzen Befunde in Prinzipien, Regeln und Ziele, die ein Team tragen kann. Ergebnis: UX wird von der Geschmacksfrage zur Steuerungsgröße.
UX-Strategie bei Beabstracto heißt: UX-Qualität in komplexer Fachsoftware wird definiert, gemessen und in Entscheidungen übersetzt. Wir unterscheiden pragmatische Qualität – Aufgabenerfolg, Effizienz, Fehlerrate – von hedonischer Qualität nach Hassenzahl – Stimulation und Identifikation –, erfassen beide mit Instrumenten wie dem User Experience Questionnaire (UEQ), der System Usability Scale (SUS) und dem HEART-Framework, ergänzen sie um Adoptions- und Nutzungsmetriken und bauen daraus Benchmarks, Qualitätsrituale und OKR-Inputs. Auftraggeber sind Hersteller von B2B- und Fachsoftware sowie Unternehmen, die ein Fachsystem einführen.
Wir arbeiten dabei als UX Strategist und UX Lead an der Schnittstelle von Produktmanagement, Engineering, UX Research und Fachbereich – in München, remote und vor Ort nach Absprache.
Selten am Können des Teams. Meist daran, dass niemand definiert hat, was „gut genug“ bedeutet, und dass UX deshalb gegen Features nicht priorisierbar ist. Diese Situationen hören wir am häufigsten.
Produktmanagement, Entwicklung und Design haben jeweils eine Vorstellung davon, was Nutzer brauchen. Ohne gemeinsame Messgröße gewinnt die lauteste Stimme oder die letzte Kundenbeschwerde. Jede Diskussion fängt pro Screen von vorne an.
Der einzige Indikator für Bedienbarkeit ist das Supportaufkommen. Das zeigt Schmerz, aber nicht Ursache – und es zeigt nichts über die Nutzer, die stillschweigend eine Excel-Liste neben dem System führen.
Ein Reporting-Modul oder ein Konfigurationswerkzeug geht live, und niemand hat vorher gemessen. Ob es besser oder schlechter läuft als der alte Weg, lässt sich nach dem Go-live nicht mehr belegen.
Lizenzen sind gekauft, Schulungen gehalten. Wie viele Key User und Sachbearbeiter das System tatsächlich für den vorgesehenen Prozess nutzen – und wie viele es umgehen –, weiß die Projektleitung nicht. Der Lenkungsausschuss fragt trotzdem.
In regulierten Workflows gibt es feste Fristen. Das System zeigt den Rückstand oft erst, wenn er nicht mehr aufzuholen ist. Frühindikatoren wie Zeit bis zur Fehlererkennung oder Nacharbeitsquote fehlen im Produkt und im Reporting.
Das Unternehmen steuert mit Zielen und Kennzahlen, aber Usability taucht darin nicht auf. Also bleibt UX ein Abnahmeschritt am Ende – nicht Teil des Zielsystems, in dem über Kapazität entschieden wird.
Keine eigenen Erfolgszahlen – die bleiben vertraulich. Stattdessen die Eckdaten der Instrumente und Modelle, mit denen wir arbeiten.
Laugwitz, Held, Schrepp 2008; ueq-online.org
Brooke 1996
Rodden, Hutchinson, Fu, CHI 2010
Case Software für Quellensteuer-Erstattung (/cases/raquest)
Vier Bausteine, einzeln oder als Ganzes – je nachdem, ob Sie wissen wollen, wo Ihr Produkt steht, wie Sie UX dauerhaft steuern oder wie eine Einführung messbar gelingt.
Wir erheben einen Ausgangswert für Ihr Fachsystem oder ein einzelnes Modul: Usability-Tests mit echten Fachanwendern und realistischen Aufgaben, Task Success, Time-on-Task und Fehlerrate, dazu ein standardisierter Fragebogen (UEQ oder SUS) für die wahrgenommene Qualität. Ein Expert-Review entlang der Interaktionsprinzipien der ISO 9241-110 und der Heuristiken von Nielsen ergänzt die Messung um Ursachen. Das Ergebnis ist eine Baseline, gegen die jedes Release verglichen werden kann.
Wir erheben einen Ausgangswert für Ihr Fachsystem oder ein einzelnes Modul: Usability-Tests mit echten Fachanwendern und realistischen Aufgaben, Task Success, Time-on-Task und Fehlerrate, dazu ein standardisierter Fragebogen (UEQ oder SUS) für die wahrgenommene Qualität. Ein Expert-Review entlang der Interaktionsprinzipien der ISO 9241-110 und der Heuristiken von Nielsen ergänzt die Messung um Ursachen. Das Ergebnis ist eine Baseline, gegen die jedes Release verglichen werden kann.
Ein Benchmark allein ändert nichts, wenn er in einer Präsentation endet. Wir bauen das Messsystem, das ihn trägt: ein KPI-Rahmen nach Goals → Signals → Metrics, der pragmatische Qualität, hedonische Qualität, Adoption und Nutzung abdeckt; OKRs, in die UX-Kennzahlen als Inputs einfließen; und Qualitätsrituale – UX-Reviews, Design-Critiques, wiederkehrende Benchmark-Runden –, die dafür sorgen, dass gemessen und entschieden wird, nicht nur gemessen. Analytics-Daten nutzen wir, wo sie vorhanden sind; wo nicht, beginnen wir mit Tests und Fragebögen.
In regulierter Software sind viele UX-Fragen Geschäftsentscheidungen: Geschwindigkeit oder Sicherheit, Führung oder freie Exploration, Automatisierung oder manuelle Kontrolle. Wir machen diese Spannungen als UX-Tensions explizit, lassen das Team entscheiden und leiten daraus Design-Prinzipien und konkrete Regeln ab – etwa: ungültige Aktionen früh blockieren, kontrollierte Korrektur danach erlauben; SLA-Status und Blockaden sichtbar machen, ohne das Interface zu überladen. Jede UI-Entscheidung wird so auf Persona, Prozess, kritischen Moment und Prinzip rückführbar.
Wer ein Fachsystem einführt, braucht spätestens im Lenkungsausschuss eine Antwort auf die Frage, ob es angenommen wird. Wir legen vor dem Go-live fest, was Adoption bedeutet – welcher Prozess von welcher Rolle im System statt daneben erledigt wird –, messen den Ist-Zustand vor der Umstellung und verfolgen Adoption, Nutzung, Fehler und Nacharbeit ab dem ersten Tag im Betrieb. Das verbindet UX-Strategie mit unserer Einführungsbegleitung: Fachkonzept, UAT, Key-User-Schulung, Go-live und Hypercare bekommen Messgrößen statt Bauchgefühl.
Diese Begriffe prägen Gespräche über UX-Qualität mit Produktmanagement, UX Research und Fachbereich. Wir verwenden sie präzise, damit Messung und Entscheidung dieselbe Sprache sprechen.
Fünf Schritte, die in jeder UX-Strategie wiederkehren – beim Hersteller eines Produkts wie beim Unternehmen, das ein Fachsystem einführt. Der Umfang richtet sich nach Produkt und Fragestellung.
Mit Produktmanagement, Produktleitung oder Projektleitung klären wir, welche Entscheidungen die Messung später stützen soll – Priorisierung, Release-Freigabe, Lenkungsausschuss. Wir priorisieren Nutzergruppen nach Nutzungshäufigkeit und Geschäftsauswirkung und legen die Kernprozesse fest, an denen Qualität gemessen wird.
Usability-Tests mit Fachanwendern an realistischen Aufgaben, ergänzt um UEQ oder SUS und, wo vorhanden, um Nutzungsdaten. Ein Expert-Review liefert die Ursachen zu den Zahlen. Ergebnis: ein Benchmark-Bericht, der sagt, wo das System steht und was am meisten kostet.
Aus Prozessen und kritischen Momenten benennen wir die UX-Tensions des Produkts. Das Team entscheidet sie per Voting; wir formulieren Design-Prinzipien und übersetzen sie in Regeln, die in Reviews, Fachkonzept und Design System geprüft werden können.
KPI-Rahmen nach Goals → Signals → Metrics, Instrumentierungsplan mit Engineering, UX-Key-Results für die OKRs, Formate für UX-Reviews und Benchmark-Runden. Wir setzen die ersten Runden gemeinsam mit dem Team um, bis das Ritual ohne uns läuft.
Nach dem Release oder dem Go-live wiederholen wir den Benchmark mit denselben Aufgaben und Instrumenten, verfolgen Adoption und Nutzung und bewerten die Veränderung gegen die Baseline. Was sich nicht bewegt hat, wird zur nächsten Hypothese – nicht zur nächsten Meinung.
Aus drei Jahren UX-Arbeit in Festanstellung bei einem Hersteller von Dokumentenmanagement-Software und aus unserer UX-Beratung für den Hersteller einer Software zur Quellensteuer-Erstattung – ohne vertrauliche Zahlen.
Ein UX-Benchmark mit Ausgangswert verwandelt Designdiskussionen in Entscheidungen. Er muss nicht akademisch sein; er muss wiederholbar sein und an Ziele gekoppelt, die das Produktteam ohnehin verfolgt – etwa als OKR-Input. Sobald Benchmark-Ergebnisse im Zielsystem auftauchen, wird UX gegen Features priorisierbar. Vorher ist sie ein Wunsch.
In Fachanwendungen zählt zuerst, ob Nutzer ihre Aufgaben effizient, sicher und mit wenigen vermeidbaren Problemen erledigen. Aber ein Produkt, das sich altmodisch oder widersprüchlich anfühlt, verliert Vertrauen – und Vertrauen entscheidet über Adoption und Nutzung. Deshalb gehören beide Dimensionen in den Benchmark und beide in die Priorisierung, auch wenn die hedonische in Fachsoftware nie den Vorrang bekommt.
Sicherheit oder Geschwindigkeit, Führung oder Exploration: In regulierten Systemen sind das Geschäftsentscheidungen, keine Designfragen. Wer sie als Gegensatzpaare benennt und das Team entscheiden lässt, bekommt Prinzipien, die niemand mehr pro Screen anzweifelt. Aus den Prinzipien werden Regeln, aus Regeln Interface-Verhalten – und jede Entscheidung bleibt rückführbar.
Eine Strategie- und Prototyp-Phase liefert keine SLA-Quoten. Sie liefert die Indikatoren, mit denen die Umsetzung später bewertet wird: Zeit bis zum richtigen Report, Zeit bis zur Erkennung blockierender Fehler, Kontextwechsel, Nacharbeit, Support-Bedarf. Wer das vorher festlegt, kann nach dem Go-live ehrlich messen – und muss im Case nichts erfinden.
Ein einmaliger Benchmark ist ein Foto. Erst UX-Reviews, Design-Critiques und wiederkehrende Benchmark-Runden machen daraus eine Kurve, an der ein Team sich orientieren kann. Rituale brauchen Formate, Rollen und Entscheidungsregeln – sonst werden sie zur Statusrunde, in der gemessen, aber nicht entschieden wird.
Jedes Bedienmuster, das Nutzer nur einmal lernen müssen, spart Schulungsaufwand und Supportanfragen. Design-Regeln, die im Design System landen, wirken deshalb direkt auf Adoptionsmetriken und Hypercare-Last – beim Hersteller ebenso wie beim Anwenderunternehmen, das Masken und Workflows selbst konfiguriert.
Öffentliche Cases, in denen UX-Qualität gemessen oder als Entscheidungssystem aufgebaut wurde. Interne Benchmark-Werte veröffentlichen wir nicht.
DMS/ECM, B2B-SaaS
Drei Jahre UX/UI-Design in Festanstellung bei einem Hersteller von Dokumentenmanagement-Software: Benchmarks, orientiert an UEQ und Hassenzahls Modell, Usability-Tests, UX-Audit-Checklisten und Benchmark-Ergebnisse als OKR-Inputs über mehrere Produktteams hinweg. UX wurde zur messbaren Größe im Zielsystem der Organisation.
→Software für Quellensteuer-Erstattung
UX-Beratung für den Hersteller einer Software zur Quellensteuer-Erstattung: zwölf kritische Momente, sechs UX-Tensions per Team-Voting, acht Design-Prinzipien mit Regeln, dazu Erfolgsindikatoren und ein KPI-Rahmen für die Umsetzungsphase – definiert vor der Umsetzung, gemessen danach.
→An diesen Quellen orientieren wir unsere Arbeit; wir behaupten keine Zertifizierung und keine institutionelle Beziehung.
Bettina Laugwitz, Theo Held, Martin Schrepp, in: USAB 2008, LNCS 5298, Springer · 2008
Der UEQ mit 26 Items auf sechs Skalen; frei verfügbar mit Handbuch und Benchmark-Datensatz. Unser Standardinstrument für pragmatische und hedonische Qualität.
Marc Hassenzahl, in: Funology – From Usability to Enjoyment, Kluwer · 2003
Begründet die Unterscheidung von pragmatischer und hedonischer Qualität (Stimulation, Identifikation), auf der AttrakDiff und die UEQ-Skalen aufbauen.
John Brooke, in: Usability Evaluation in Industry, Taylor & Francis · 1996
Zehn Items, ein Wert von 0 bis 100, technologieunabhängig. Wir nutzen SUS, wenn ein schneller, über Systeme vergleichbarer Gesamtwert gebraucht wird.
Kerry Rodden, Hilary Hutchinson, Xin Fu (Google), CHI 2010, ACM · 2010
Das HEART-Framework und der Prozess Goals → Signals → Metrics; unsere Vorlage für KPI-Rahmen, die Adoption und Task Success verbinden.
ISO/TC 159/SC 4 · 2018, bestätigt 2023
Definiert Usability als Effektivität, Effizienz und Zufriedenstellung im Nutzungskontext – die begriffliche Grundlage für Task Success, Time-on-Task und Fehlerrate.
ISO/IEC JTC 1/SC 7 · 2023
Produktqualitätsmodell mit neun Merkmalen, darunter Interaction Capability (vormals Usability). Hilft, UX-Qualität neben Zuverlässigkeit und Sicherheit im Qualitätsmodell eines Herstellers zu verorten.
Michael Minge, Laura Riedel, Mensch und Computer 2013; englische Fassung Minge, Thüring, Wagner, Kuhr, Springer 2017 (TU Berlin) · 2013 / 2017
Modularer, frei verfügbarer Fragebogen aus Deutschland mit Modulen für Produktwahrnehmung, Emotionen, Nutzungsfolgen und Gesamturteil – eine Alternative zum UEQ, wenn Emotionen und Nutzungsfolgen getrennt erfasst werden sollen.
ISO/TC 159/SC 4 · 2020
Sieben Interaktionsprinzipien, an denen wir Expert-Reviews und Design-Regeln prüfen – etwa Aufgabenangemessenheit, Selbstbeschreibungsfähigkeit und Fehlerrobustheit.
Ein Erstgespräch ohne Verkaufspräsentation. Wir hören zu, schauen auf Ihr Produkt oder Ihr Einführungsprojekt und sagen ehrlich, wo Messung etwas bringt – und wo nicht.
Erstgespräch vereinbaren




