UX für Industrie und Anlagenbau

Bedienoberflächen für Anlagen, bei denen jede Entscheidung zählt.

Wir gestalten Bedienkonzepte und HMI-Oberflächen für Leitsysteme, SCADA/MES und Maschinensoftware — und testen sie mit den Bedienern, die damit im Schichtbetrieb arbeiten. Für Hersteller von Maschinen und Anlagen, Automatisierer und Betreiber, bei denen der Bediener im Störfall den Überblick behalten muss und neue Software nach dem Rollout wirklich benutzt werden soll.

Kurz gesagt

Beabstracto ist ein UX-Studio in München für industrielle Steuerungs- und Fachsoftware: HMI und Anlagenvisualisierung, Leitsysteme (PLS/DCS), SCADA, MES und Bediensoftware für Maschinen wie Industrieöfen. Wir beobachten in der Leitwarte und am Bedienplatz, analysieren Aufgaben und Anlagenzustände, entwerfen Bedienkonzept, Bedienbilder und Alarmdarstellung, testen mit echten Bedienern und übergeben dokumentierte Vorgaben an Engineering-Teams, die in WinCC Unified, TIA Portal, Qt/QML oder Web-Technologien umsetzen. Ein erstes Bedienkonzept mit Tests entsteht typischerweise in sechs bis zehn Wochen.

Wir orientieren uns an ANSI/ISA-101.01, ANSI/ISA-18.2, EEMUA 191 und VDI/VDE 3699 — als Referenz für gute Praxis, nicht als Zertifikat. Der Gründer kommt aus dem Industrial Engineering der Dampfturbinen-Fertigung bei Siemens; zuletzt haben wir die Legacy-Software von Ebner Industrieofenbau modernisiert. Auf Wunsch begleiten wir die Einführung: Key User, Schulung, Maschinenabnahme, Rollout über Standorte.

Auf einen Blick

Rolle
UX/UI Designer Maschinenbau, HMI Designer, Usability Engineer — extern, als Studio oder einzelne Rolle im Projektteam
Leistungen
Bedienkonzept und HMI-Design, Anlagenvisualisierung, Alarmkonzept, Usability-Tests mit Bedienern, Modernisierung von Maschinensoftware, Einführungsbegleitung
Branchen
Maschinen- und Anlagenbau, Industrieöfen und Wärmebehandlung, Energieerzeugung (Dampfturbinen-Fertigung), Prozess- und Fertigungsindustrie
Systeme
Figma für Konzept, Prototyp und Design-System; SAP-Fertigungsroutinen (Case); Übergabe an Engineering mit WinCC Unified, TIA Portal, Qt/QML oder Web-Technologien
Einsatz
Remote, München, vor Ort nach Absprache — Beobachtung in Leitwarte und Werk immer vor Ort
Sprachen
Deutsch, Englisch, Portugiesisch

Woran scheitern HMI und Leitsystem im Alltag?

Selten an der Steuerung. Meistens an einer Bedienoberfläche, die im Normalbetrieb funktioniert und im Störfall nicht trägt. Diese fünf Situationen hören wir am häufigsten.

  • Alarmflut statt Alarmmanagement

    Bei einer Störung melden sich Dutzende Meldungen gleichzeitig, Ursprungsalarm und Folgealarme sind nicht zu unterscheiden. Der Bediener lernt, Störmeldungen wegzuquittieren — und übersieht irgendwann die eine, die zählt.

  • Bedienbilder zeigen alles, heben nichts hervor

    Das Fließbild ist eine Kopie des R&I-Schemas in Vollfarbe, alle Messwerte gleich groß. Ob die Anlage im Sollzustand läuft oder abdriftet, erkennt nur, wer die Zahlen im Kopf hat.

  • Unklare Zustände, unklare Handlungsoptionen

    Steht die Maschine, wartet sie, oder fährt sie an? Ist der Rezeptschritt abgeschlossen oder nur angestoßen? Beantwortet die Zustandsanzeige das nicht in einer Sekunde, greift der Bediener zum Telefon, zum Notizzettel oder zur zweiten Anzeige.

  • Wissen sitzt bei den Veteranen

    Die Schicht funktioniert, weil zwei Kollegen jede Eigenheit der Anlage kennen. Die Einarbeitung dauert Monate und besteht aus mündlichen Regeln: „Den Wert unten ignorierst du, der ist nie aktuell.“ Jede dieser Regeln ist eine Stelle, an der die Oberfläche das Vertrauen nicht selbst herstellt.

  • Rollout ohne Akzeptanz

    MES oder Leitstand-Software ist eingeführt, die Maschinenabnahme bestanden — und nach sechs Monaten läuft die Schichtübergabe wieder über Excel und Zuruf. Schulung allein löst das nicht, wenn die Software die Abläufe der Werker nicht abbildet oder die Key User nie beteiligt wurden.

Zahlen, die wir belegen können

Nur Zahlen mit Quelle — aus eigenen Projektaufzeichnungen oder aus den Standards selbst.

80 %
weniger Vorlaufzeit für die Dokumentation von Fertigungsroutinen in SAP nach Beobachtung, Automatisierung und Vorlagenbibliothek

Case Dampfturbinen-Fertigung (Projektaufzeichnungen)

1–2 Tage → Stunden
Bearbeitungszeit pro Komponentenliste; manuelles Aussortieren kommerzieller Teile entfällt

Case Dampfturbinen-Fertigung

Ed. 4 / 2024
aktuelle Ausgabe von EEMUA 191 zu Alarmsystemen, Terminologie an ISA-18.2 und IEC 62682 angeglichen

EEMUA, November 2024

6 Blätter
VDI/VDE 3699 „Prozessführung mit Bildschirmen“: Begriffe, Grundlagen, Fließbilder, Kurven, Alarme/Meldungen, Bedienverfahren (2014–2015)

VDI/VDE-GMA

Was wir konkret liefern

Vier Leistungen, einzeln oder als Paket — immer mit Beobachtung am Bedienplatz am Anfang und dokumentierten Vorgaben für das Engineering am Ende.

Bedienkonzept, Bedienbilder und Alarmkonzept für Leitsystem, SCADA und Maschine

Wir entwickeln das Bedienkonzept aus den Aufgaben der Bediener, nicht aus der Signalliste: Welche Entscheidung fällt wann an, welcher Anlagenzustand muss dafür sichtbar sein? Daraus entstehen Bildhierarchie, Bedienbilder nach High-Performance-HMI-Prinzipien, ein Alarmkonzept mit Prioritäten und Quittierlogik sowie ein HMI-Style-Guide. Wir arbeiten in Figma und übergeben so, dass WinCC-, TIA-Portal- oder Qt-Teams ohne Rückübersetzung umsetzen können.

  • Aufgaben- und Zustandsanalyse pro Rolle (Anlagenfahrer, Schichtführer, Instandhaltung)
  • Bildhierarchie, Navigation und Bedienbilder als klickbarer Prototyp in Figma, inkl. Störfallszenarien
  • Alarmkonzept: Prioritäten, Darstellung, Quittierung — orientiert an ISA-18.2 / EEMUA 191
  • HMI-Style-Guide und Komponentenbibliothek als Grundlage für ein Design-System
  • Übergabedokumentation für Engineering (WinCC Unified, TIA Portal, Qt/QML, Web)

Bedienkonzept, Bedienbilder und Alarmkonzept für Leitsystem, SCADA und Maschine

Wir entwickeln das Bedienkonzept aus den Aufgaben der Bediener, nicht aus der Signalliste: Welche Entscheidung fällt wann an, welcher Anlagenzustand muss dafür sichtbar sein? Daraus entstehen Bildhierarchie, Bedienbilder nach High-Performance-HMI-Prinzipien, ein Alarmkonzept mit Prioritäten und Quittierlogik sowie ein HMI-Style-Guide. Wir arbeiten in Figma und übergeben so, dass WinCC-, TIA-Portal- oder Qt-Teams ohne Rückübersetzung umsetzen können.

  • Aufgaben- und Zustandsanalyse pro Rolle (Anlagenfahrer, Schichtführer, Instandhaltung)
  • Bildhierarchie, Navigation und Bedienbilder als klickbarer Prototyp in Figma, inkl. Störfallszenarien
  • Alarmkonzept: Prioritäten, Darstellung, Quittierung — orientiert an ISA-18.2 / EEMUA 191
  • HMI-Style-Guide und Komponentenbibliothek als Grundlage für ein Design-System
  • Übergabedokumentation für Engineering (WinCC Unified, TIA Portal, Qt/QML, Web)

HMI-Usability-Tests mit echten Bedienern, echten Aufgaben, echten Störungen

Ein Bedienbild wird nicht im Meeting bewertet, sondern in der Situation, für die es gebaut ist. Wir testen Prototypen oder bestehende HMI-Oberflächen mit Bedienern aus dem Schichtbetrieb — am Bedienplatz, am Simulator oder remote — und messen, wie schnell Zustand und Ursache erkannt und die richtige Handlung ausgeführt wird. Das Ergebnis ist eine priorisierte Liste konkreter Änderungen.

  • Testplan mit Szenarien aus Normalbetrieb, Anfahren, Störfall und Schichtübergabe
  • Rekrutierung mit dem Schichtplan, in der Regel 5–8 Bediener pro Runde; Aufzeichnung nur nach Absprache mit dem Betriebsrat
  • Kennzahlen: Erkennzeit, Fehlbedienungen, Abbrüche, subjektive Belastung
  • Befundbericht mit priorisierten Änderungen; optional Vergleich Alt gegen Neu vor der Maschinenabnahme

Gewachsene Bediensoftware modernisieren, ohne die fachliche Tiefe zu verlieren

Für Ebner Industrieofenbau haben wir eine Legacy-Software für Fachnutzer neu strukturiert: zuerst Produkt- und Informationsarchitektur, dann User Flows für die operativen Abläufe, danach High-Fidelity-Konzepte und die Richtung für ein Design-System. Das Vorgehen passt für jede Maschinen- oder Anlagensoftware, die über Jahre gewachsen ist und bei der ein Neubau weder bezahlbar noch für Bestandskunden zumutbar wäre.

  • Bestandsaufnahme mit Funktionsinventar und Nutzungshäufigkeit
  • Produkt- und Informationsarchitektur: Module, Objekte, Begriffe
  • User Flows für Kernabläufe (Rezeptur, Chargenstart, Störung, Service)
  • High-Fidelity-Konzepte, klickbarer Prototyp und Design-System-Richtung
  • Migrationspfad: was bleibt, was sich ändert, in welcher Reihenfolge

Einführung von MES, Leitstand- oder Maschinensoftware, die nach dem Go-live benutzt wird

Eine Software ist eingeführt, wenn die Schicht damit arbeitet — nicht wenn die Abnahme unterschrieben ist. Wir begleiten Einführungsprojekte auf Hersteller- oder Betreiberseite: Ist-Analyse der Abläufe im Werk, Key-User-Konzept, Schulungsunterlagen aus echten Arbeitsaufgaben, Vorbereitung von Maschinenabnahme und UAT, Rollout über Standorte und Hypercare.

  • Ist-Analyse: Prozessaufnahme im Werk, Schattenprozesse (Excel, Zuruf, Zettel) dokumentiert
  • Key-User-Konzept: Auswahl, Rolle, Zeitbudget, Feedback-Kanal
  • Schulungskonzept und Unterlagen entlang realer Arbeitsaufgaben pro Rolle
  • Abnahme- und UAT-Szenarien aus Bediener-Sicht
  • Rollout-Plan für weitere Standorte und Linien; Hypercare mit Übergabe an Produkt und Engineering

Domänensprache

Wir sprechen die Sprache der Leitwarte, des Engineerings und der Ausschreibung.

  • Leitwarte / Leitstand
  • Prozessleitsystem (PLS / DCS)
  • HMI / Anlagenvisualisierung
  • SCADA
  • MES
  • Bedienbild / Fließbild
  • Alarmmanagement
  • Alarmflut
  • Zustandsanzeige
  • Situation Awareness
  • Bedienkonzept
  • Schichtbetrieb
  • Maschinenabnahme
  • Key User
Leitwarte / Leitstand
Der Arbeitsplatz, von dem aus Bediener eine Anlage oder Linie überwachen und führen. Lange Beobachtungsphasen wechseln mit kurzen Phasen hoher Dichte, in denen erkannt, entschieden und gehandelt werden muss.
HMI (Human Machine Interface)
Bedienoberfläche zwischen Mensch und Maschine — vom Panel an der Maschine bis zur Anlagenvisualisierung in der Warte. ANSI/ISA-101.01-2015 beschreibt den HMI-Lebenszyklus von Philosophie und Style Guide über Design bis zum Betrieb.
MES (Manufacturing Execution System)
Produktionsnahes System zwischen ERP und Maschinensteuerung: Aufträge, Werkerführung, Rückmeldungen, Qualität. Eine MES-Einführung scheitert selten an Schnittstellen, oft an Terminals, die den Werker im Takt nicht unterstützen.
Alarmmanagement und Alarmrationalisierung
Der systematische Umgang mit Alarmen über ihren Lebenszyklus: Philosophie, Rationalisierung (braucht dieser Alarm eine Handlung?), Gestaltung, Überwachung der Alarmrate. Beschrieben in ANSI/ISA-18.2-2016, IEC 62682:2022 und EEMUA 191 (Ed. 4, 2024).
Alarmflut
Mehr Alarme, als ein Bediener verarbeiten kann — typisch bei Anfahren, Abfahren oder Störung. EEMUA 191 und ISA-18.2 geben Richtwerte für verkraftbare Alarmraten.
Situation Awareness
Nach Endsley (1995) das Wahrnehmen der relevanten Elemente, das Verstehen ihrer Bedeutung und das Vorhersehen ihrer Entwicklung. Ein gutes Bedienbild zeigt nicht nur Werte, sondern Abweichung und Trend.
High-Performance HMI
Gestaltungsansatz nach Hollifield u. a. (2008): graue Hintergründe, Farbe nur für Abweichungen und Alarme, analoge Darstellung von Sollbereichen, klare Bildhierarchie — damit ein abnormaler Zustand auf einen Blick erkennbar ist.

Wie wir vorgehen

Beobachten, bevor wir zeichnen. Testen, bevor das Engineering baut. Übergeben, ohne dass etwas verloren geht. Die Dauern gelten für ein typisches Bedienkonzept für eine Anlage oder Maschinenfamilie.

  1. 1

    Beobachtung in Leitwarte und am Bedienplatz

    Wir sitzen in der Schicht — Tag, Nacht, Anfahren, Störung —, hören zu, was erfahrene Bediener Neuen erklären, und dokumentieren Umwege: Notizzettel, Telefonate, zweite Anzeigen. Ergebnis ist eine Landkarte der Stellen, an denen die heutige Oberfläche nicht trägt.

    1–2 Wochen

  2. 2

    Aufgaben- und Zustandsanalyse

    Mit Bedienern, Schichtführern, Instandhaltung und Automatisierern klären wir pro Rolle: Welche Entscheidungen fallen wann an, welcher Anlagenzustand muss dafür sichtbar sein, welche Alarme brauchen wirklich eine Handlung? Daraus entstehen Zustandsmodell, Rollenmatrix und eine erste Alarmrationalisierung.

    1–2 Wochen

  3. 3

    Bedienkonzept und Bedienbilder

    Bildhierarchie, Navigation, Bedienbilder und Alarmdarstellung als klickbarer Prototyp in Figma, orientiert an ISA-101, VDI/VDE 3699 und High-Performance-HMI-Prinzipien. Parallel entsteht der HMI-Style-Guide, damit Farbe, Zustand und Symbolik nicht pro Bild neu entschieden werden.

    2–3 Wochen

  4. 4

    Tests mit Bedienern

    Wir prüfen den Prototyp mit 5–8 Bedienern in realistischen Szenarien, darunter mindestens ein Störfall und eine Schichtübergabe. Gemessen wird, ob Zustand und Ursache schneller erkannt werden und ob Fehlbedienungen sinken.

    1–2 Wochen

  5. 5

    Übergabe an Engineering

    Dokumentierte Vorgaben für das Team, das in WinCC Unified, TIA Portal, Qt/QML oder Web-Technologien umsetzt: Komponenten, Zustände, Alarmklassen, Layout-Raster, Regeln für neue Bilder. Wir reviewen Zwischenstände, damit nichts in der Rückübersetzung verloren geht.

    1 Woche plus Begleitung

  6. 6

    Einführung und Hypercare

    Auf Wunsch begleiten wir Schulung, Key User, Maschinenabnahme und Rollout auf weitere Linien oder Standorte. Rückmeldungen aus den ersten Wochen werden gesammelt, priorisiert und an Produkt und Engineering übergeben.

    nach Umfang

Was wir gelernt haben

Fünf Lektionen aus Industrial Engineering, Leitsystem- und Maschinensoftware-Projekten — ohne Kundendaten.

  1. 01

    Die Signalliste ist kein Bedienkonzept

    Viele HMI-Projekte beginnen mit der Frage, wie alle Signale auf den Bildschirm passen. Die bessere Frage ist, welche Entscheidung der Bediener in welcher Situation treffen muss. Wer vom Signal aus denkt, bekommt ein vollständiges Bild, das nichts hervorhebt; wer von der Aufgabe aus denkt, bekommt eine Hierarchie.

  2. 02

    Was Veteranen Neuen erklären, ist die Anforderungsliste

    Die wertvollste Quelle in der Leitwarte ist die Einweisung: „Hier musst du aufpassen“, „den Wert ignorierst du“, „bei mehr als drei Alarmen schau ins Trendbild“. Jeder Satz markiert eine Stelle, an der die Oberfläche das Vertrauen nicht selbst herstellt. Wer diese Stellen zuerst behebt, gewinnt die Bediener; wer nur die Optik modernisiert, verliert sie.

  3. 03

    Automatisierung verschiebt die Arbeit, sie entfernt sie nicht

    Bainbridge hat es 1983 beschrieben: Je mehr automatisiert wird, desto seltener greift der Mensch ein — und desto schwieriger und wichtiger wird der Eingriff. Der Normalbetrieb darf ruhig sein, aber der Übergang in den Störfall muss den Bediener sofort orientieren. Unsere Tests enthalten deshalb immer das Szenario, in dem die Automatik gerade nicht hilft.

  4. 04

    Beobachten, dann bauen — auch bei internen Werkzeugen

    In der Dampfturbinen-Fertigung haben wir monatelang mit Industrial Engineers gearbeitet, selbst Fertigungsroutinen in SAP angelegt und erst dann die Kernprobleme benannt: Papierstücklisten, Textmarker, Copy-Paste alter Projekte. Durchsuchbare Oberfläche, Vorlagenbibliothek und Excel-zu-SAP-Automatisierung senkten die Vorlaufzeit um 80 Prozent.

  5. 05

    Modernisieren heißt: Struktur zuerst, Screens danach

    Bei der Legacy-Software von Ebner Industrieofenbau war der entscheidende Schritt nicht das neue Design, sondern die Produkt- und Informationsarchitektur: Welche Module, welche Objekte, welche Begriffe? Erst darauf folgten User Flows, High-Fidelity-Konzepte und Design-System-Richtung — und Bestandskunden fanden sich wieder.

Erfahrung

Stationen, die unsere Arbeit in der Industrie prägen. Namen erscheinen nur, wo freigegeben.

Ebner Industrieofenbau

Modernisierung einer Legacy-Software für Fachnutzer

UX/Product Design Lead (2024–2025): Produktarchitektur, Informationsarchitektur, User Flows, High-Fidelity-Konzepte und Design-System-Richtung für eine über Jahre gewachsene Software — ohne die Tiefe des Fachgebiets zu verlieren. Eine Veröffentlichung als Case ist nicht freigegeben.

Siemens · Dampfturbinen-Fertigung

Fertigungsroutinen in SAP schneller und verlässlicher machen

Realer Case aus dem Industrial Engineering: Beobachtung am Band, Automatisierung wiederkehrender SAP-Abläufe, durchsuchbare Oberfläche statt Papierstücklisten, Vorlagenbibliothek statt Copy-Paste. Ergebnis: 80 Prozent weniger Vorlaufzeit.

→

Siemens · Engineering und Automatisierung (2016–2021)

Vom Werk ins Interface

Fünf Jahre im industriellen Engineering-Kontext in Brasilien: Application Engineer für Dampfturbinengeneratoren, Python-Werkzeuge für das Team, Automatisierung von SAP-Prozessen. Hier entstand die Überzeugung, dass ein Werkzeug nur zählt, wenn es im Tagesablauf des Werks trägt.

→

Leitsystem für Kraftwerke

Arbeit im Umfeld eines Kraftwerks-Leitsystems

Ohne Bestätigung Eintrag entfernen.]]

Fachliche Referenzen

Wir orientieren unsere Arbeit an diesen Normen, Richtlinien und Arbeiten — als Referenz für gute Praxis; wir behaupten keine Zertifizierung oder Konformität.

International Society of Automation (ISA) · 2015

ANSI/ISA-101.01-2015, Human Machine Interfaces for Process Automation Systems

Beschreibt den HMI-Lebenszyklus — Philosophie, Style Guide, Design, Implementierung, Betrieb — statt konkreter Farben; die Reihenfolge, in der wir Bedienkonzept und Übergabe aufbauen.

International Society of Automation (ISA); international als IEC 62682:2022 (Ed. 2.0) · 2016 / 2022

ANSI/ISA-18.2-2016, Management of Alarm Systems for the Process Industries

Alarm-Lebenszyklus mit Philosophie, Rationalisierung, Gestaltung und Leistungsüberwachung — die Grundlage unserer Alarmkonzepte.

Engineering Equipment and Materials Users Association (EEMUA) · November 2024

EEMUA Publication 191, Alarm Systems: A Guide to Design, Management and Procurement, Edition 4

Praxisleitfaden zu Alarmraten, Priorisierung und Alarmflut; Ed. 4 gleicht die Terminologie an ISA-18.2 und IEC 62682 an.

VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) · 2014–2015

VDI/VDE 3699, Prozessführung mit Bildschirmen, Blatt 1–6

Die deutschsprachige Richtlinie für Bedienbilder: Begriffe, Grundlagen, Fließbilder, Kurven, Alarme und Meldungen, Bedienverfahren.

NAMUR — Interessengemeinschaft Automatisierungstechnik der Prozessindustrie · 2008

NAMUR NA 102, Alarmmanagement

Empfehlung der deutschen Prozessindustrie und eine der Grundlagen von ISA-18.2 und IEC 62682.

Mica R. Endsley, Human Factors 37(1), 32–64 · 1995

Toward a Theory of Situation Awareness in Dynamic Systems

Drei Ebenen — Wahrnehmen, Verstehen, Vorhersehen. Wir prüfen jedes Bedienbild daran, ob es Abweichung und Entwicklung erkennbar macht.

Lisanne Bainbridge, Automatica 19(6), 775–779 · 1983

Ironies of Automation

Je höher der Automatisierungsgrad, desto seltener und schwieriger der menschliche Eingriff — deshalb testen wir den Übergang in den Störfall.

Bill Hollifield, Dana Oliver, Ian Nimmo, Eddie Habibi — PAS / User Centered Design Services · 2008

The High Performance HMI Handbook

Graue Hintergründe, Farbe nur für Abweichungen, analoge Sollbereiche, klare Bildhierarchie: die praktische Ausformulierung der ISA-101-Philosophie.

Häufige Fragen

Kennen Sie sich mit unserer Domäne aus, oder müssen wir alles erklären?
Wir bringen Erfahrung aus dem Industrial Engineering der Dampfturbinen-Fertigung und aus der Modernisierung von Maschinensoftware für Industrieöfen mit und kennen ISA-101, ISA-18.2, EEMUA 191 und VDI/VDE 3699. Ihre Anlage kennt trotzdem nur Ihr Team. Deshalb beginnen wir mit Beobachtung in der Leitwarte oder am Bedienplatz, nicht mit einem Fragebogen.
Arbeiten Sie mit unserem Engineering zusammen — WinCC, TIA Portal, Qt?
Ja, das ist der Normalfall. Wir gestalten in Figma und übergeben Bildhierarchie, Komponenten, Zustände, Alarmklassen und Style Guide so dokumentiert, dass Ihr Team in WinCC Unified, TIA Portal, Qt/QML oder Web-Technologien umsetzen kann. Wir programmieren die Visualisierung nicht selbst, reviewen aber Zwischenstände.
Geht das auch für bestehende Systeme, ohne alles neu zu bauen?
Ja. Meist reichen drei Hebel: Alarmstruktur aufräumen, Bildhierarchie klären, und die Stellen eindeutig machen, an denen Bediener heute zögern. Für gewachsene Maschinensoftware arbeiten wir mit einem Migrationspfad — Struktur zuerst, dann Screens — statt mit einem Neubau, der Bestandskunden verschreckt.
Wie läuft ein Usability-Test mit Bedienern im Schichtbetrieb ab?
Wir planen mit dem Schichtplan, testen in der Regel mit 5–8 Bedienern pro Runde, je 45–60 Minuten, am Bedienplatz, am Simulator oder remote. Die Szenarien kommen aus Normalbetrieb, Anfahren, Störfall und Schichtübergabe. Aufzeichnungen nur nach Absprache mit dem Betriebsrat; ausgewertet werden Erkennzeit und Fehlbedienungen, nicht Personen.
Was bedeutet „orientiert an ISA-101 oder VDI/VDE 3699“ konkret?
Dass wir die Prinzipien dieser Normen und Richtlinien anwenden — Bildhierarchie, Zustandscodierung, Alarmrationalisierung, Lesbarkeit unter Wartenbedingungen — und unsere Entscheidungen darauf beziehen. Es bedeutet nicht, dass wir eine Zertifizierung besitzen oder Konformität bescheinigen; dafür gibt es bei ISA-101, ISA-18.2 und EEMUA 191 auch kein Zertifizierungsschema.
Begleiten Sie auch die Einführung — Schulung, Key User, Rollout?
Ja. Wir nehmen die Abläufe im Werk auf, entwickeln ein Key-User-Konzept, erstellen Schulungsunterlagen entlang echter Arbeitsaufgaben, bereiten Abnahme- und UAT-Szenarien aus Bediener-Sicht vor und begleiten den Rollout auf weitere Linien und Standorte inklusive Hypercare. Ziel ist, dass die Software nach dem Go-live benutzt wird — nicht nur abgenommen.
Passen Sie als externe Rolle in unser Projektteam — HMI Designer, UX/UI Designer Maschinenbau, Usability Engineer?
Ja. Wir arbeiten als Studio oder als einzelne Rolle im Team des Herstellers, Automatisierers oder Betreibers — auch über Personaldienstleister. Typische Rollenbezeichnungen: HMI Designer, UX/UI Designer Maschinenbau, Usability Engineer, UX Consultant für Anlagenvisualisierung. Remote mit Base München, vor Ort für Beobachtung und Tests.
Wie lange dauert ein Bedienkonzept, und was kostet es?
Ein Bedienkonzept für eine Anlage oder Maschinenfamilie mit Beobachtung, Analyse, Prototyp und einer Testrunde dauert typischerweise sechs bis zehn Wochen. Modernisierungen ganzer Produkte und Einführungsbegleitung planen wir nach Umfang. Preise nennen wir nach einem Erstgespräch.

Sprechen wir über Ihre Anlage, Ihr HMI oder Ihren Rollout.

Erstgespräch ohne Verkaufsrummel: Sie zeigen uns die heutige Oberfläche oder beschreiben das Einführungsprojekt, wir sagen ehrlich, wo UX am meisten bringt — und wo nicht.

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